Unsere Stimme ist ein kostbares Instrument, das wir täglich nutzen – oft ohne uns dessen bewusst zu sein. Besonders Menschen, die beruflich viel sprechen, sollten auf eine gute Stimmhygiene achten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihre Stimme gesund halten und Stimmprobleme vermeiden können.
Was ist Stimmhygiene?
Unter Stimmhygiene versteht man alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die Stimme gesund zu erhalten und Schäden vorzubeugen. Ähnlich wie wir unsere Zähne pflegen, verdient auch unsere Stimme regelmäßige Aufmerksamkeit und Fürsorge.
Warum ist Stimmhygiene wichtig?
Stimmprobleme können jeden treffen, besonders gefährdet sind jedoch:
- Lehrer und Erzieher
- Trainer und Coaches
- Sänger und Schauspieler
- Call-Center-Mitarbeiter
- Verkäufer und Berater
- Ärzte und Therapeuten
Die wichtigsten Regeln der Stimmhygiene
1. Ausreichend trinken
Ihre Stimmbänder brauchen Feuchtigkeit, um optimal zu funktionieren. Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee täglich. Vermeiden Sie:
- Zu viel Koffein (entzieht dem Körper Wasser)
- Sehr kalte oder sehr heiße Getränke
- Alkohol in größeren Mengen
2. Räuspern und Husten vermeiden
Häufiges Räuspern und starkes Husten belasten die Stimmlippen erheblich. Stattdessen können Sie:
- Einen Schluck Wasser trinken
- Sanft schlucken
- Leicht summen
- Mit einem „Hauch" ausatmen
3. Rauchen vermeiden
Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für Stimmstörungen. Der Rauch reizt und trocknet die Schleimhäute aus und kann zu chronischen Veränderungen der Stimmbänder führen.
4. Stimmruhe einplanen
Gönnen Sie Ihrer Stimme regelmäßige Pausen. Besonders nach intensiver stimmlicher Belastung ist Erholung wichtig:
- Planen Sie stimmfreie Zeiten ein
- Vermeiden Sie Flüstern (belastet die Stimme stärker als normales Sprechen)
- Nutzen Sie nonverbale Kommunikation, wenn möglich
5. Richtige Atemtechnik
Eine gute Atemtechnik ist die Basis für gesundes Sprechen:
- Atmen Sie in den Bauch (Zwerchfellatmung)
- Vermeiden Sie Schulteratmung
- Sprechen Sie nicht mit der Restluft
- Machen Sie Atempausen beim Sprechen
6. Angemessene Lautstärke
Dauerhaft lautes Sprechen oder Schreien schadet der Stimme:
- Nutzen Sie bei Vorträgen ein Mikrofon
- Reduzieren Sie Hintergrundgeräusche
- Sprechen Sie mit angemessener Lautstärke, nicht zu leise (forciertes Flüstern)
7. Für gutes Raumklima sorgen
Trockene Luft belastet die Stimme. Achten Sie auf:
- Ausreichende Luftfeuchtigkeit (40-60%)
- Regelmäßiges Lüften
- Vermeidung von Klimaanlagen und starker Heizungsluft
Übungen für eine gesunde Stimme
Stimmaufwärmübungen
Vor intensiver stimmlicher Belastung sollten Sie Ihre Stimme aufwärmen:
- Summen: Summen Sie entspannt auf „mmm" in verschiedenen Tonhöhen
- Lippenflattern: Lassen Sie die Lippen beim Ausatmen vibrieren
- Gähnen-Seufzen: Gähnen Sie ausgiebig und lassen Sie die Stimme mitschwingen
- Vokalgleitübungen: Gleiten Sie langsam von einem Vokal zum nächsten
Warnzeichen – Wann zum Arzt?
Suchen Sie einen HNO-Arzt oder Logopäden auf, wenn:
- Heiserkeit länger als zwei Wochen anhält
- Sie häufig das Gefühl haben, einen Kloß im Hals zu haben
- Ihre Stimme regelmäßig ermüdet
- Sie Schmerzen beim Sprechen haben
- Ihre Stimme sich ohne erkennbaren Grund verändert hat
Wir beraten Sie gerne zur Prävention und Behandlung von Stimmstörungen. Kontaktieren Sie uns für einen Termin.